Der Link führt Sie zum YouTube-Kanal der Volkshochschule Köln. Hier können Sie am 28. August die Verleihung der Kompassnadel ab 12:00 Uhr im Livestream verfolgen.

Durch die Veranstaltung führt OLIVER SCHUBERT.
Das Programm wird in Gebärdensprache übersetzt.

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Kompassnadel 2021

Seit 2001 verleiht das Queere Netzwerk NRW seine jährliche Auszeichnung „Die Kompassnadel“ für einzigartiges Engagement für lsbtiaq* Communities. Diesjährige Preisträgerin ist die Kampagne #ActOut, die sich für mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit Queerer Menschen in der Kulturbranche einsetzt. Mit ihrem Manifest, das sie im Februar im Rahmen eines Interviews mit dem SZ-Magazin veröffentlichten, stießen die über 185 beteiligten Schauspieler*innen Diskussionen über Coming Out und Diskriminierung an, die weit über ihr eigenes Arbeitsumfeld hinausgehen.

Seit 1993 lädt das Queere Netzwerk NRW anlässlich des colognepride zu einem CSD-Empfang ein, der seit 2000 gemeinsam mit der Aidshilfe NRW veranstaltet wird. In diesem Rahmen verleiht das Queere Netzwerk 2021 zum 21. Mal die Kompassnadel als Auszeichnung für Persönlichkeiten und Organisationen, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und inter* Menschen, asexuellen und queeren Personen besonders verdient gemacht haben.

„Es gibt weitaus mehr Geschichten und Perspektiven als nur die des heterosexuellen weißen Mittelstands, die angeschaut und gefeiert werden. Diversität ist in Deutschland längst gesellschaftlich gelebte Realität. Dieser Fakt spiegelt sich aber noch zu wenig in unseren kulturellen Narrativen wider,“ schreiben die Initiatorinnen der Kampagne in ihrem Manifest. Sie setzen sich damit für eine Gesellschaft ein, in der LSBTIAQ sich mit ihrer Identität und ihrer Lebenswirklichkeit in Kultur und Medien wiederfinden.
Gleichzeitig betonen die Initiatorinnen, dass es für Schauspielerinnen möglich sein muss, out zu leben, wenn sie sich dazu entscheiden – und das unabhängig davon, was sie in ihrer Rolle verkörpern sollen. Selbstverständlich ist das nicht. „#ActOut beschäftigt sich mit Fragen, die sich viele queere Menschen regelmäßig stellen: Was bedeutet es, wenn ich mich oute – für meine Familie, für mein Arbeitsleben, für meine Freundschaften, für meinen Alltag? Wo muss ich meine Identität verbergen? Welchen Preis bezahle ich, wenn ich mich oute – und welchen, wenn ich es nicht tue?“ so Laura Becker, Vorstandsmitglied des Queeren Netzwerks NRW. Coming Out und queere Identitäten zu enttabuisieren sei darum ein Thema, das alle Bereiche unserer Gesellschaft bewegt.

Damit LSBTIAQ* ihre Entscheidung zum Offenlegen ihrer Identität frei treffen können, gäbe es noch einiges zu tun. „Oft wird davon ausgegangen, Diskriminierung sei in unserer Gesellschaft gar kein Thema mehr,“ erklärt Neo Argiropoulos, ebenfalls Mitglied im Vorstand des Queeren Netzwerks. Dadurch entstehe der Eindruck, dass es in vielen Bereichen einfach keine queeren Menschen gäbe – denn die Möglichkeit, dass sie ihre Identität verbergen (müssen), werde nicht mitgedacht. „Oder noch schlimmer: Wo Menschen für mehr Sichtbarkeit und gegen Diskriminierung eintreten, wird ihnen gesagt, sie sollten sich lieber zufriedengeben. Immerhin würden LSBTIAQ* nicht mehr verfolgt und umgebracht.“ #ActOut habe in kürzester Zeit wichtige Impulse für mehr Sichtbarkeit gesetzt und längst überfällige Debatten um Identität und Coming Out wieder angestoßen. Für diesen Beitrag zu Akzeptanz und Austausch erhält die Kampagne in diesem Jahr die Kompassnadel des Queeren Netzwerks.

Verliehen wird der Preis im Rahmen des CSD-Empfangs, den das Queere Netzwerk gemeinsam mit der Aidshilfe NRW veranstaltet. Er findet am Wochenende des colognepride, am 28. August, in Form einer Online-Liveveranstaltung statt. Überreicht wird die Kompassnadel traditionell von den Preisträgerinnen des Vorjahres. Darüber hinaus umfasst das Programm politische Beiträge der Vorstände zu aktuellen Themen der lsbtiaq Communityarbeit, Einblicke in die Arbeit der Projekte beider Verbände, sowie Kulturprogramm. Durch das Programm führt Oliver Schubert.

Ansprechpartnerin:
Rebecca Knecht
Stellvertretende Geschäftsführung und Öffentlichkeitsarbeit
knecht@queeres-netzwerk.nrw


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